Unsere Pläne für 2018

Das vergangene Jahr war sehr ergebnisreich: Wir haben rund 3 Millionen Euro für effektive NGOs gesammelt, eine nationale Volksinitiative in der Schweiz vorbereitet, mit Sentience Politics und dem Sentience Institute zwei Spin-Offs erfolgreich ausgegliedert, ein Forschungsprojekt zu Wildtierleid gestartet, ein Positionspapier zu evidenzbasierter Entwicklungszusammenarbeit veröffentlicht, zahlreiche Workshops, Seminare und eine große Konferenz durchgeführt und mehrere Forschungsarbeiten publiziert. Im Rahmen der strategischen Planung haben wir außerdem unsere Identität und Vision geschärft:

Unsere Vision
Die EAS strebt eine Welt ohne extremes Leid an: ein leidfreies, erfülltes Leben für alle empfindungsfähigen Lebewesen. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Vermeidung dystopischer Zukunftsszenarien.

Um diese Vision zu erreichen, planen wir auch 2018 Öffentlichkeitsarbeit im deutschen Sprachraum, Spenden- und Berufsberatung, Fundraising für hochwirksame Hilfsorganisationen, Forschung zu Risiken von Zukunftstechnologien, Konferenzen, Unterstützung von Lokalgruppen und vieles mehr. Die Pläne der einzelnen EAS-Projekte haben wir unten zusammengefasst. Um diese Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen: Wir hoffen, mit Ihrer Unterstützung bei unserem Winter-Fundraiser einen Großteil der Mittel für das kommende Jahr sammeln zu können.

Dieser Artikel behandelt unsere Pläne für das Jahr 2018. In den kommenden Tagen werden wir zusätzlich einen ausführlichen Rückblick auf das vergangene Jahr publizieren, in dem wir unsere Highlights, Fehler und Erkenntnisse besprechen.

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Community (zuvor „Outreach“)

Projektziel und Strategie
Bisher lag ein wichtiger Fokus unseres Outreach-Projekts darauf, das Wachstum der EA-Bewegung zu beschleunigen. Neu wollen wir vermehrt auf Qualität statt Quantität fokussieren: Erstens ist die EA-Bewegung im deutschen Sprachraum mittlerweile sehr gut etabliert, zweitens hat sich im Laufe der vergangenen Jahren gezeigt, dass die engagiertesten Mitglieder der Bewegung massiv mehr bewirken als die breitere Masse (z. B. indem sie einflussreiche Positionen im öffentlichen Sektor einnehmen, sehr große Beträge spenden, oder ein Hilfsprojekt mit guten Chancen auf eine GiveWell-Top-Empfehlung gründen). Unser Ziel besteht deshalb darin, eine Community von außerordentlich altruistischen, rationalen und interessierten Menschen aufzubauen, die sich vertieft mit EA-Priorisierung auseinandersetzen und selbst zur Weiterentwicklung der Community beitragen.

In der Praxis werden wir vermehrt den persönlichen Kontakt zu denjenigen Personen suchen, die ein besonders großes Interesse und Engagement zeigen. Diese Leistung wollen wir einerseits für die EA-Community im Allgemeinen erbringen; andererseits wollen wir mit unseren Aktivitäten auch direkter zur Vermeidung dystopischer Zukunftsszenarien („S-Risks“) beitragen.

Metriken
Wir planen, den Projekterfolg im kommenden Jahr mit zwei Metriken systematisch zu messen und zu beurteilen:

  • Für Aktivitäten, die den Aufbau der EA-Bewegung zum Ziel haben (z. B. Konferenzen oder die Unterstützung von Lokalgruppen), werden wir vermutlich die Anzahl Berufsberatungsgespräche als primäre Metrik einsetzen. Diese Gespräche werden von 80,000 Hours und teilweise auch von der EAS für besonders engagierte Mitglieder der Bewegung angeboten und bilden daher das oben genannte Projektziel gut ab.
  • Für Aktivitäten, die direkter auf die Vermeidung von S-Risks hinwirken (z. B. Berufsberatung für leidfokussierte EAs oder Workshops zu S-Risks), haben wir zudem eine neue Metrik entwickelt: S-Risk-Planänderungen. Sie erfasst Planänderungen in der Berufswahl, die einen direkten Beitrag zur Reduktion von S-Risks leisten (z.B. durch Arbeit im Bereich der KI-Sicherheit). Andere EA-Organisationen (insbesondere 80,000 Hours) verwenden ähnliche Metriken; unsere basiert jedoch entsprechend der EAS-Vision auf einer stärker leidfokussierten Perspektive.

Weitere Details zu diesen Metriken werden wir voraussichtlich in den kommenden Monaten veröffentlichen.

Community

  • Unterstützung von Lokalgruppen: Auch im kommenden Jahr werden wir Lokalgruppen im deutschsprachigen Raum unterstützen. Lokalgruppen spielen eine zentrale Rolle, da sie für viele den ersten persönlichen Kontakt mit der Bewegung darstellen. Wir haben unsere Lokalgruppenstrategie anhand der Erfahrungswerte und „Best Practices“ der globalen EA-Bewegung überarbeitet, um die Community noch effektiver zu einer intensiven Auseinandersetzung mit EA-Themen anzuregen.
    • Ressourcen: Wir unterstützen die aktuell 32 Lokalgruppen im deutschen Sprachraum weiterhin mit zahlreichen Ressourcen (Lokalgruppen-Guide, Broschüren, Slides für Vorträge, etc.). Wir werden die bestehenden Guides weiter ausbauen und neue Ressourcen produzieren, z. B. einen detaillierten Semesterablauf.
    • Lokalgruppentreffen: Auch im kommenden Jahr werden wir wieder zwei ein- bis zweitägige Treffen für Leiter/innen von Lokalgruppen organisieren. Diese Treffen leisten erfahrungsgemäß einen großen Beitrag zur Weiterentwicklung der Strategien und Aktivitäten der Lokalgruppen.
    • Engere Zusammenarbeit: Zudem erwägen wir eine deutlich engere Zusammenarbeit mit einigen wenigen Lokalgruppenleitern/innen in besonders vielversprechenden Städten, um neue, innovative Aktivitäten zu testen und deren Erfolg zu messen. Zu diesem Zweck werden wir möglicherweise bezahlte EA-Fellowships vergeben und mehrtägige Workshops vor Semesterbeginn organisieren.
  • Berufsberatung für leidfokussierte EAs: Wir haben in der Vergangenheit in Ergänzung zu 80,000 Hours’ Angebot immer wieder vereinzelte informelle Berufsberatungsgespräche für EAs mit einer leidfokussierten Perspektive geführt. Wir planen, unsere Aktivitäten verstärkt mit 80,000 Hours zu koordinieren, unsere Angebote klarer voneinander abzugrenzen und unser Angebot vermehrt öffentlich zu kommunizieren. Außerdem werden wir Artikel über die wichtigsten Überlegungen zur Berufswahl aus einer leidfokussierten Perspektive verfassen.
  • Workshops: Im kommenden Jahr wollen wir 1-2 mehrtägige Workshops im kleineren Rahmen für besonders engagierte EAs durchzuführen. Dieses Format soll im Vergleich zu Konferenzen mehr Raum für persönliche und vertiefte Diskussionen fortgeschrittener Themen bieten.
  • Seminare: Auch 2018 planen wir, an den Wochenendseminaren der Studienstiftungen und Parteistiftungen über EA-Themen und die Sicherheit künstlicher Intelligenz (KI-Sicherheit) vorzutragen. Da viele besonders motivierte und engagierte EAs über diese Stiftungen auf den EA gestoßen sind, erachten wir diese Seminare für äußerst wertvoll.
  • EAGx-Konferenz: Wir werden im Herbst 2018 voraussichtlich in Berlin oder Zürich erneut eine EA-Konferenz organisieren. Nach der Evaluierung von EAGxBerlin 2016 und EAGxBerlin 2017 und Erfahrungen bei anderen EAG-Konferenzen werden wir für kommende Konferenzen wahrscheinlich einen Bewerbungsprozess verwenden, um die Qualität der Konferenz weiter zu verbessern.
  • Vortragstouren und Veranstaltungen: 2018 werden wir an einigen hochkarätigen Veranstaltungen sprechen (z. B. dem Zürich Philosophie Festival). Da ein weiteres Wachstum der Bewegung kein Fokus mehr ist, nehmen wir nur wenige Einladungen an und vermitteln besonders attraktive Vortragsgelegenheiten nach Möglichkeit an kompetente Mitglieder der Bewegung.
  • Die Steuerbefreiung effektiver EA-Hilfsorganisationen zählen wir nicht mehr zum Bereich Community, sondern zum Bereich Philanthropie (s. u.).

Kommunikation

  • Medienarbeit: Wie bereits 2017 wollen wir nur noch die allerbesten medialen Gelegenheiten wahrnehmen – insbesondere Formate, die die Möglichkeit bieten, in angemessener Tiefe über EA sprechen zu können.
  • Newsletter, Social Media, EA-Website, EAS-Website: Über zahlreiche Kanäle bieten wir EA-Interessierten die Möglichkeit, wichtige Ereignisse in der EA-Bewegung zu verfolgen.
  • Akademischer Beirat: Der EA wird von zahlreichen Akademikern/innen unterstützt. Dies ist jedoch im deutschen Sprachraum weniger sichtbar als international, da der EA hier weniger eng mit den Top-Universitäten verknüpft ist. Deshalb planen wir, in der ersten Hälfte des kommenden Jahres einen akademischen Beirat für die EAS aufzubauen.

Effektive Armutsbekämpfung

  • 1%-Initiative: 2018 findet voraussichtlich die Abstimmung zur 1%-Initiative statt, die wir 2016 gestartet hatten (der Abstimmungstermin hängt von der Stadtverwaltung ab; eine Abstimmung ist auch 2019 möglich). Es ist möglich, dass das Parlament einen Gegenvorschlag zur Initiative erarbeiten wird, der ebenfalls zur Abstimmung gelangt. Die Abstimmung werden wir mit einer Kampagne begleiten. Die Initiative wird im Erwartungswert vermutlich etwa so viel bewirken wie eine Spende von rund 30 Millionen Dollar an die GiveWell-Top-Empfehlungen. Zusätzlich rückt sie Wirksamkeitsüberlegungen auf die Agenda staatlicher Entwicklungsagenturen und privater Hilfsorganisationen.
  • Positionspapier „Evidenzbasierte Entwicklungszusammenarbeit“: Das 2017 publizierte Positionspapier wurde sehr positiv aufgenommen und gelangte in die Führungsetagen zahlreicher Zielorganisationen. Wir spielen aufgrund dieses Feedbacks mit dem Gedanken, ein Netzwerk für effektive Entwicklungspolitik im deutschen Sprachraum aufzubauen. Kurzfristig würde dieses weitere Ideen zur systematischen Verbreitung des Positionspapiers an Entscheidungsträger/innen umsetzen; die längerfristige Vision besteht in der Beeinflussung der deutschen, schweizerischen und österreichischen Entwicklungspolitik nach EA-Gesichtspunkten.
  • Der Fokus unserer Arbeit liegt auf dem Aufbau der EA-Community. Daher sind wir aktuell unsicher, wie viel wir in Zukunft in diesen Bereich investieren wollen. Bei Interesse, Aktivitäten im EZ-Bereich mit einer größeren Spende (ab 5000 Euro) zu unterstützen, senden Sie bitte eine E-Mail an Jonas Vollmer. Zusätzliche Spenden erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch weiterhin in diesem Bereich aktiv sein werden.

Philanthropie (inkl. Raising for Effective Giving)

Projektziel
Das Ziel unserer Fundraising-Aktivitäten besteht darin, möglichst viele finanzielle Mittel für möglichst effektive Hilfsorganisationen zu generieren, insbesondere im Bereich der Armutsbekämpfung und der Vermeidung von Tierleid und Zukunftsrisiken. Eine besondere Priorität kommt dabei Projekten zu, die gemäß unserer Vision die langfristige Zukunft positiv beeinflussen.

Metrik
Den Erfolg des Projekts bemessen wir durch das Spendenvolumen an effektive Hilfsorganisationen, das ohne unsere Arbeit deutlich weniger effektiv oder gar nicht gespendet worden wäre. Im Jahr 2018 setzen wir uns das Ziel, mit unserem Projekt Raising for Effective Giving (REG) 2 Millionen US-Dollar zu fundraisen. Zusätzlich wollen wir mit den restlichen Philanthropie-Aktivitäten weitere Spenden bewirken.

Strategie
Mit REG haben wir in der Poker-Branche seit 2014 rund 3 Millionen Euro für effektive Projekte gesammelt. Mittlerweile unterstützen die beiden größten Online-Poker-Plattformen die REG-Empfehlungen mit regelmäßigen Spenden, und seit 2014 wurde REG jedes Jahr von mindestens einem der neun Weltmeisterschaft-Finalisten repräsentiert. Mittlerweile sind wir im Poker-Bereich so erfolgreich, dass weiteres signifikantes Wachstum in der Poker-Industrie schwierig ist – wir haben festgestellt, dass zusätzliche Aktivitäten das Spendenvolumen nicht mehr ausreichend erhöhen.
Aus diesem Grund werden wir von nun an unsere Aktivitäten im Poker-Bereich auf die wichtigsten Prioritäten beschränken und an Expansionen in neue Bereiche arbeiten. Nach intensiver Recherche möglicher Expansionsstrategien sind wir nun zur Überzeugung gekommen, dass es nicht lohnenswert ist, dasselbe Modell in anderen Industrien zu verfolgen. Stattdessen werden wir zusätzliche Ressourcen voraussichtlich in die philanthropische Beratung von Großspendern/innen investieren oder für andere EAS-Projekte nutzen.

Poker-Fundraising: Raising for Effective Giving

  • Institutionelle Partnerschaften: Im letzten Jahr haben wir diese als ein wichtiges zweites Standbein von REG etabliert. Wir konnten durch Zusammenarbeit mit den zwei größten Online-Poker-Plattformen (PokerStars und 888poker) über 300 000 US-Dollar fundraisen, insbesondere für den Bereich der KI-Sicherheit. Diese Arbeit wollen wir im nächsten Jahr ausbauen. Bereits im Januar ist ein Live-Turnier bei einem PokerStars-Event auf den Bahamas geplant.
  • High-Stakes-Kontakte: Der Großteil der Spenden setzt sich aus wenigen großen Spenden von High-Stakes-Spielern/innen zusammen. Wir werden weiterhin auf dieses Modell setzen. Dafür werden wir den persönlichen Kontakt suchen und exklusive Events organisieren.

Großspenderinnen und Großspender

  • Weitere Ressourcen werden wir in die Akquise und Beratung von Großspender/innen investieren. Dazu werden wir bestehende Kontakte in der Pokerwelt und die Öffentlichkeitsarbeit der EAS nutzen und eine verstärkte Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Angeboten wie beispielsweise Founders Pledge, effectivegiving.nl sowie der Benckiser Stiftung Zukunft ins Auge fassen.
  • Beratung von Großspendern/innen: Im Verlaufe des letzten Jahres haben wir Beratungsgespräche geführt, die 2018 voraussichtlich zu Spenden in der Höhe von rund 10-20 Millionen Euro an effektive Hilfsorganisationen führen werden. (Diese Spenden berücksichtigen wir nicht in unserer Fundraising-Metrik, da wir den Beitrag unserer Aktivitäten nicht gut abschätzen können.) Um einen erfolgreichen Verlauf sicherzustellen und hoffentlich weitere Großspender/innen für Beratungsgespräche gewinnen zu können, werden wir in diesem Bereich weiterhin Ressourcen investieren.
  • Philanthropie-Community: Wir ziehen aktuell den Aufbau einer deutschsprachigen Philanthropie-Community in Betracht, die sich regelmäßig trifft und zu effektivem Spenden austauscht. Gruppenformate bieten gegenüber den Beratungsgesprächen verschiedene Vorteile und können diese sinnvoll ergänzen. Ob wir diese Idee umsetzen, hängt stark vom Interesse unserer Kontakte ab.

Steuerbefreiung

  • Steuerbefreiung für effektives Spenden: Die EAS ermöglicht steuerbefreites Spenden aus fünf Ländern an über 30 EA-Organisationen. Dies ermöglicht Steuerersparnisse in Millionenhöhe, die oftmals zu zusätzlichen Spenden führen. Steuerbefreiung ist für viele EA-Interessierte ein relevanter Faktor bei der Auswahl der Hilfsorganisation, weshalb wir diese Leistung trotz des nicht unerheblichen administrativen Aufwands gebührenfrei anbieten. Wir vermuten, dass wir 2018 dadurch zusätzliche effektive Spenden im mittleren sechsstelligen Bereich generieren können.

Foundational Research Institute

Projektziel
Das Foundational Research Institute (FRI) entwickelt Strategien zur Vermeidung dystopischer Zukunftsszenarien, mit einem Schwerpunkt im Bereich der KI-Sicherheit. Die Ergebnisse werden als Blogbeiträge und akademische Papers publiziert. Ein wichtiges langfristiges Ziel ist die Beeinflussung relevanter Akteure im KI-Bereich, beispielsweise mit akademischen Publikationen. Kurzfristig wollen wir zudem die Priorisierung der EA-Bewegung informieren, insbesondere zum Stellenwert von S-Risks. Dies gelang uns im vergangenen Jahr beispielsweise mit unseren Publikationen zu S-Risks, Tranquilism und Superrationalität.

Metrik
Viele der FRI-Forschungsthemen sind (noch) nicht akademisch etabliert, sodass Zitierungen keine zuverlässige Metrik für die Qualität der Forschungsergebnisse liefern. Wir experimentieren stattdessen mit verschiedenen Metriken, z. B. Anzahl Publikationen, gewichtet nach Impact-Rating durch interne und externe Peers.

Forschungsbereiche
Das FRI-Forschungsteam wird im kommenden Jahr voraussichtlich Forschungsartikel und Blogbeiträge zu den folgenden Fragen publizieren:

  • Normative Ethik und Populationsethik: Welche Argumente sprechen für eine leidfokussierte Ethik, u. a. unter dem Gesichtspunkt moralischer Unsicherheit?
  • Deskriptive Populationsethik: Welche populationsethischen Werte sind in der Bevölkerung und in der EA-Bewegung verbreitet? Können diese zuverlässig und objektiv gemessen werden?
  • Priorisierungsforschung: Welchen Interventionen kommt aus leidfokussierter EA-Perspektive die höchste Priorität zu? Wie wichtig ist die KI-Sicherheit im Vergleich zu anderen Problembereichen? Wie wertvoll ist der Aufbau der EA-Bewegung im Vergleich zur Forschung?
  • Moralische Kooperation: Wie können Akteure mit unterschiedlichen ethischen Wertesystemen in der Praxis am besten kooperieren?
  • Entscheidungstheorie: Welche Entscheidungstheorie führt im KI-Kontext zu optimalen Ergebnissen? Wie können Superintelligenzen miteinander kooperieren? Ist akausale Kooperation auch unter Menschen möglich (multiverse-wide superrationality)?
  • Leidfokussierte KI-Sicherheit und KI-Strategie: Können wir Ansätze im Bereich der aktuellen Forschung zu KI-Sicherheit und KI-Strategie identifizieren, welche gezielt die Wahrscheinlichkeit dystopischer Szenarien reduzieren? Können superintelligente KIs so gestaltet werden, dass sie in Konfliktsituationen kein Leid erzeugen?

Forschung außerhalb des FRI
Seit 2017 versuchen wir verstärkt, die obenstehenden Themen nach Möglichkeit auch außerhalb von FRI zu behandeln, insbesondere in der akademischen Forschung. Aus diesem Grund werden einige FRI-Forscher die Organisation voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres verlassen und ihre Forschung akademisch fortführen. Das FRI wird in Zukunft als globales Netzwerk den regelmäßigen Austausch zwischen diesen Forscher/innen fördern und weiterhin leidfokussierte EA-Forschung durchführen, die nicht direkt in der entsprechenden Industrie oder im akademischen Umfeld bearbeitet werden kann.

Wild-Animal Suffering Research

  • Hintergrund: Das Projekt Wild-Animal Suffering Research (WASR) wurde im Juni 2017 im Zusammenhang mit der Ausgliederung von Sentience Politics gestartet. Bis zu diesem Zeitpunkt war es Teil von Sentience Politics.
  • Projektziel: Das WASR-Team forscht multidisziplinär in den Bereichen Ökologie, Biologie und Wirtschaft. Durch diese Forschung sollen Policy-Vorschläge identifiziert werden, die das Leid von Wildtieren reduzieren.
  • Pläne 2018: Das WASR-Projekt informiert auf der eigenen Website über die Pläne für das kommende Jahr.

Neue Projektideen

Der Planungsprozess für das kommende Jahr ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Wir diskutieren aktuell mehrere Ideen für neue Projekte, an denen wir womöglich im kommenden Jahr arbeiten werden. Dazu würden wir voraussichtlich hauptsächlich Ressourcen nutzen, die ansonsten für die Bereiche Community und Philanthropie eingesetzt werden.

Budget

Für das kommende Jahr ist das folgende provisorische Budget vorgesehen:

Projekt Budget (CHF) Budget-Anteil Vollzeitstellen Reserven (CHF) in Monaten Finanzierungslücke (CHF)
Philanthropie (inkl. REG) 229 664 24% 3–4 210 590 11 130 000
Community 268 571 28% 3–4 239 194 11 160 000
Foundational Research Institute 318 188 33% 5–9 417 281 16 60 000
Wild-Animal Suffering Research 137 257 14% 2.5 15 000 1 160 000
Total 953 679 100% 14–19 882 065 11 510 000

 

Das definitive Budget wird im Februar 2018 verabschiedet und auf unserer Transparenz-Seite veröffentlicht.

Verwendung der Mittel und Fundraising-Ziele

Wir verfolgen aktuell das Ziel, unsere finanzielle Reserven auf 18 Monate zu erhöhen, um die aktuellen Aktivitäten bis zur nächsten Spendensaison fortsetzen zu können (zum Vergleich: die meisten EA-Organisationen verwenden 24 Monate). Wir erwarten, dass bisherige Spender/innen die Finanzierungslücke („Room for more funding“) des Philanthropie-Bereichs (inkl. REG) mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 40 Prozent schließen werden. Bei Community und FRI werden unsere regelmäßigen Spender/innen die Finanzierungslücke mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vollständig schließen. Zusätzliche Spenden tragen deshalb stark dazu bei, dass wir weniger Zeit ins Fundraising und die Finanzplanung investieren müssen, uns stärker auf die Projektarbeit konzentrieren können, und unerwartete vielversprechende Möglichkeiten besser wahrnehmen können.

Wie immer ist es möglich, Spenden für ein bestimmtes Projekt zweckzubinden. Wir werden solche Spenden ausschließlich für das gewählte Projekt einsetzen. Nicht zweckgebundene Spenden werden voraussichtlich für Community und FRI eingesetzt. Falls die Finanzierungslücke im Philanthropie-Bereich größer als erwartet sein sollte, werden wir dafür ungebundene Spenden einsetzen. Wild-Animal Suffering Research (WASR) hat ein separates Budget, in das nur zweckgebundene Mittel fließen. Es besteht also keine Verschiebbarkeit der Mittel zwischen WASR und anderen Projekten.

Entsprechend haben wir uns die folgenden Fundraising-Ziele gesetzt:

  • Minimalziel: Für den Fundraiser haben wir ein Ziel von 300 000 Euro gesetzt (CHF 350 000), basierend auf den oben aufgeführten Finanzierungslücken für alle Projekte außer WASR. Dieses Ziel ermöglicht uns die aktuellen Aktivitäten auf dem bisherigen Niveau bis zur nächsten Spendensaison fortzusetzen (aber mit einer Kosteneinsparung gegenüber 2017).
  • Wachstumsziel: Wir erwarten, auch 2018 neue vielversprechende Aktivitäten identifizieren zu können. Falls wir diese skalieren wollen, könnte dies einen Ausbau der Anstellungen bedeuten. Um das Risiko zu senken, dass wir wegen finanzieller Einschränkungen unsere Aktivitäten nicht optimal ausführen können, schätzen wir einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf von ca. 800 000 Euro (CHF 900 000).

Wir sind also auf Ihren finanziellen Beitrag angewiesen und hoffen, dass wir auch dieses Jahr auf Sie zählen dürfen. Bei Fragen und Kommentaren freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme; kritisches Feedback können Sie uns zudem gerne auch anonym zukommen lassen. Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

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