Nach wie vor sterben jeden Tag über 16’000 Kinder an den Folgen der globalen Armut. Es fällt nicht leicht, sich dieses Leid vor Augen zu führen und wirklich vorzustellen. Vergegenwärtigen wir uns die Fakten trotzdem: Stellen wir uns vor, das Massensterben ereignete sich in unserer eigenen Stadt. Auf dem Weg zur Arbeit würden wir täglich mit dem unvorstellbaren Leid konfrontiert – die 16’000 Kinder, direkt neben uns. Wie würden wir reagieren? Würden wir beispielsweise viel mehr Geld spenden oder versuchen, unsere Berufswege darauf auszurichten, möglichst viele Leben zu retten? Falls ja, stellt sich die Frage: Würden wir gleich reagieren, wenn sich die Katastrophe in der Nachbarstadt zutrüge? Im Nachbarland? Auf dem nächstgelegenen Kontinent? Weshalb sollte die räumliche Distanz eine Rolle spielen?

Leid wird nicht dadurch weniger schlimm, dass man es geographisch verschiebt.

Es scheint widersprüchlich und irrational, aktive Leidminderung nur dann für wichtig zu halten, wenn sich das Leid in unserer Nähe abspielt – besonders dann, wenn die empirische Forschung nachweisen kann, dass wir etwa mit unseren (Nicht-)Spendenentscheidungen, ob wir es wollen oder nicht, unter anderem über Leben und Tod am anderen Ende der Welt befinden. Das gilt für Geld- und Zeitspenden (d. h. gesellschaftliches Engagement) gleichermaßen.

Hier nimmt der Effektive Altruismus (EA) seinen Ausgangspunkt. Er ist eine Philosophie und soziale Bewegung, die es für ethisch zentral hält, anderen aktiv zu helfen, und die bei der Auswahl der Strategien wissenschaftlich-rational vorgeht. Mittels empirischer Forschung die besten Strategien ausfindig zu machen ist deshalb entscheidend, weil andernfalls weniger leidensfähigen Individuen geholfen werden kann, als möglich gewesen wäre. Wären wir selbst betroffen, würden wir uns auch wünschen, dass möglichst vielen geholfen wird: So käme uns selbst die höchste Wahrscheinlichkeit zu, vor Leid bewahrt zu werden. Effektive Altruisten/innen versuchen folglich, ihre limitierten Ressourcen – Zeit und Geld – optimal einzusetzen, um die größte positive Wirkung zu erzielen, d. h. das Leben möglichst vieler empfindungsfähiger Wesen möglichst umfassend zu verbessern.

Würden sich ethische Katastrophen vor unseren Augen zutragen, zögerten wir nicht, nach Möglichkeit 10 % unseres Einkommens an nachhaltig-effektive Hilfsmaßnahmen zu spenden und uns zu überlegen, wie wir unseren Berufsweg bestmöglich auf Leidminderung ausrichten können. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir uns auf diesem Planeten in einer täglichen Katastrophenlage befinden, erscheinen diese Maßnahmen moderat. Moderat sind sie auch deshalb, weil glückspsychologische Studien nahelegen, dass das Spenden auch uns selbst glücklicher machen kann. Sinnvoll umgesetzt approximiert der EA also ein Win-win aus persönlicher und gesellschaftlicher Sicht, ohne zu überfordern.


Philosophie und sozioökonomische Anwendung

 Zentrale Elemente des Effektiven Altruismus

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